Social Media Guidelines – an die Hand nehmen, statt diktieren
Mitarbeiter brauchen - und wollen - Hilfe, wenn sie für ihren Arbeitgeber in den Social Media unterwegs sind: „Wie sage ich’s meinem Netzwerk?“, „Was bedeutet es, als Botschafter meines Unternehmens im Netz unterwegs zu sein?“…
Das menschliche Element ist der Kern von Social Media.
Liebe Frau Althaller,
Mitarbeiter brauchen - und wollen - Hilfe, wenn sie für ihren Arbeitgeber in den Social Media unterwegs sind: „Wie sage ich’s meinem Netzwerk?“ „Was bedeutet es, als Botschafter meines Unternehmens im Netz unterwegs zu sein?“ „Darf ich sagen, dass das Recruitingevent letztes Mal nicht so gelungen war?“
Richtlinien helfen den Mitarbeitern bei ihrer persönlichen Kommunikation über soziale Netzwerke mit mehr Sicherheit zu agieren, denn sie wissen genau, was sie dürfen und was eben nicht, wenn es um ihren Arbeitgeber geht. Für das Management ist es ebenso hilfreich, denn sie stecken feste Grenzen und erhalten damit eine einfache Möglichkeit, Fehltritte zu sanktionieren.
Es geht nicht darum, dem Team in die Feder zu diktieren, was in den Social Media verbreitet werden darf und was nicht. Der sozialen Komponente – dem Dialog und der Interaktivität – darf nicht der Garaus gemacht werden. Social Media lebt vom interessanten Austausch und spannenden Geschichten. Und das heißt eben manchmal auch provokativ und vielleicht auch etwas aus dem Rahmen fallend. Das ist real, spontan und vor allem menschlich.
Das menschliche Element ist der Kern von Social Media und kann nur glaubhaft vermittelt werden, wenn sich das Unternehmen selbst auch darauf einlässt. Eine künstlich produzierte Meldung, womöglich noch durch einen Redakteur geprüft, wird keinen Anklang finden und die „soziale Kommunikation“ ist nicht existent.
Zu einem ähnlichen Schluss kommt auch Bill Grueskin, Autor des Buches “Impact of Social Media on Journalism”: „Spontanität und redaktionelle Aufarbeitung können niemals gleichzeitig nebeneinander bestehen“.
Der Schlüssel zum Erfolg ist eine eingehende Auseinandersetzung mit der Thematik sowie die Gestaltung eines Rahmens, in dem sich die Mitarbeiter zu glaubhaften Botschaftern des Unternehmens entwickeln können.
Für Jan Rößner ist Kommunikation Leidenschaft, er sieht in ihr den Motor für Fortschritt. Beruflich setzt er diese in seinen Spezialgebieten wie dem Inbound Marketing um.
Bewusstsein schaffen und verantwortungsvollen Umgang mit Social Media fördern.
Lieber Herr Rößner,
der Ansatz, der hinter Social Media Guidelines stehen sollte, ist - wie Sie schon sagten - nicht Vorschriften zu machen, sondern an die Hand zu nehmen. Über Guidelines sollte Alltägliches wie Kommunikation wieder stärker ins Bewusstsein rücken. Der Mensch tritt ständig mit seiner Umgebung in Austausch.
Was zu Beginn noch Stück für Stück mühsam erlernt werden musste, wird im Laufe der Jahre immer selbstverständlicher. Situationen, in denen die Kommunikation zum Stocken kommt, beispielsweise wenn wir in eine Fremdsprache wechseln, rütteln uns wieder wach und fordern Aufmerksamkeit.
Der bewusste Umgang mit der Macht unserer Worte ist gerade in den Social Media wichtig. Hier stehen relativ knappe Aussagen ohne viel Erklärungsspielraum oder direkte Reaktionen wie Mimik oder Rückfragen schwarz auf weiß im sozialen Äther. Rücknahmen und Rechtfertigungen werden in diesen Medien beinahe unmöglich und werden von anderen Usern außerdem nur selten akzeptiert. Hier kann man nur darauf hoffen, dass die Zeit Vergessen bringt, sollte in der Kommunikation einmal etwas schief gegangen sein. Umso wichtiger sind Guidelines.
Deren oberste Aufgabe sollte es sein, Sensibilität zu stiften. Erst an zweiter Stelle stehen Verhaltensrichtlinien, Tipps und Tricks. Denn wer sich seines kommunikativen Handelns in vollem Umfang bewusst ist, der baut viele Hemmschwellen im Umgang mit Social Media gar nicht erst auf und geht mit positiver Einstellung auf Mitmenschen wie ‚Mituser‘ zu.
Wenn Achtsamkeit wieder in das alltägliche Kommunikationsverhalten eingeht, ist auch keine verstellende Verformung der Aussagen durch vielleicht notwendige redaktionelle Überarbeitung zu befürchten. Der Glauben an die eigene, unverstellte Aussage geht dann mit der Glaubwürdigkeit der Botschaft für andere einher. Das menschliche Element bleibt gewahrt.
Jacqueline Althaller berät Unternehmen bei allen Fragen der Kommunikation und ist Initiatorin des ersten Arbeitskreises für
Social Media in der B2B Unternehmenskommunikation.
cult.comm 
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Kommentare
http://bit.ly/17Df1gE
Liest man sich die hier aufgeführten Recruiting-Init iativen durch und hat dabei selbst noch die ein oder andere Jobbörse auf Unternehmensweb sites im Kopf, so scheint der Schritt, Mitarbeiter beschwingt als Botschafter in die Social Media zu senden, doch gar nicht mehr so weit entfernt.
Gerade Ansätze wie die aufgeführten Youtube-Videos finde ich sehr spannend...