Das Netzwerk für Entscheider: LinkedIn
Mit über 150 Millionen Mitgliedern in mehr als 200 Ländern gehört das Business-Netzwerk LinkedIn zu den einflussreichsten Social Media Plattformen im B2B-Bereich. Seit einiger Zeit versucht LinkedIn sich hierzulande gegenüber dem deutschen Marktführer XING durchzusetzen. Unternehmen, die sich schon eine Präsenz auf XING aufgebaut haben, können oft nur schwer einschätzen, ob ein zusätzlicher Auftritt überhaupt relevant ist.

Gerade für Unternehmen die international tätig sind, führt kein Weg an LinkedIn vorbei.
Lieber Herr Dr. Zeilinger, letzte Woche haben Sie schon das Business-Netzwerk LinkedIn angesprochen, das im Gegensatz zu XING eher im englischsprachigen Raum etabliert ist. Auf den ersten Blick entsteht der Eindruck, dass die internationale Ausrichtung der einzige Unterschied gegenüber XING ist. Aber das Netzwerk kann mehr.
Wie auf anderen Social Media Plattformen empfiehlt es sich, ein Unternehmens-Profil anzulegen. Nutzer können Ihnen somit folgen und erhalten regelmäßig Informationen, beispielsweise zu Stellenangeboten oder Neuigkeiten Ihres Unternehmens. Über ein Statistik-Tool lässt sich abbilden, wie oft die Firmenseite aufgerufen wurde und welche Inhalte besonders interessant waren.
Um die interne Kommunikation zu fördern, gibt es auf LinkedIn sogenannte „Company Groups“. Diese geschlossenen Gruppen dienen dem Austausch der Mitarbeiter, beispielsweise um von Erfahrungen zu profitieren oder Events zu planen. Auch Neueinsteiger können sich so schnell mit ihren Kollegen vernetzen. LinkedIn setzt dabei voraus, dass nur aktuelle Mitarbeiter eines Unternehmens, auch Mitglieder der Company Group sind und erlaubt den Seiten-Administratoren unerwünschte Mitglieder zu löschen.
XING hat sich in deutschsprachigen Ländern als Business-Netzwerk etabliert. LinkedIn holt aber, auch durch zusätzliche Anwendungen, mehr und mehr auf. In der Schweiz beispielsweise hat das Netzwerk inzwischen die Nase vorn. Unternehmen, die international Geschäfte tätigen, sind also gut beraten, auf LinkedIn vertreten zu sein.
Jacqueline Althaller berät Unternehmen bei allen Fragen der Kommunikation und ist Initiatorin des ersten Arbeitskreises für Social Media in der B2B Unternehmenskommunikation.
Bei LinkedIn zeigen sich im letzten Monat die Probleme sozialer Netzwerke für Unternehmen und Nutzer.
Es gibt einen Trend zu LinkedIn, den international tätige Unternehmen nicht unbeachtet lassen sollten. Ich gieße dennoch etwas Wasser in den Wein: Anders als auf XING laufen in Linkedin viele Aktivitäten automatisiert ab. Die scheinbare Aktivität der Nutzer speist sich nicht selten aus ihren über einen Automatismus eingespeisten Twitter-Meldungen.
In der letzten Woche hat LinkedIn nun angekündigt, dass es das automatisierte Teilen der Tweets der Nutzer beenden wird. Denn Twitter hat neue Richtlinien eingeführt, um seine Nutzer enger an das eigene Netzwerk zu binden. Die Nachricht zeigt, wie schnell sich am Komfort eines Netzwerkes durch äußere Faktoren (hier: die Geschäftspolitik von Twitter) etwas verändert.
Eine andere Gefahr für Unternehmen steckt in den Informationen, die über ein soziales Netzwerk für potentielle Hacker zugänglich werden. Auch hier hat LinkedIn spätestens seit einem Monat "Erfahrung": Das Unternehmen musste Anfang Juni 2012 den Diebstahl der Passwörter von mehreren Millionen Mitgliedern durch russische Hacker bestätigen.
Mit Blick auf diese und andere Risiken sollte sich ein Unternehmen immer überlegen, ob das jeweilige Netzwerk für seine Interessen zielführend ist. Nur die für die eigenen Ziele im jeweiligen Netzwerk notwendigen Informationen sollten dann auch eingestellt werden. Wie XING eignet sich dabei auch LinkedIn am besten für Themen rund um aktuelle und zukünftige Mitarbeiter.
Thomas Zeilinger reflektiert als Ethiker die Auswirkungen des Internets und begleitet als Berater Unternehmen bei der praktischen Arbeit am Change ihrer Unternehmenskultur.
cult.comm 
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Kommentare
Tatsächlich ist es doch so, dass wir alle begrenzte Zeitkapazitäten für Social-Media-An wendungen haben. Daher können wir auch nur einem Netzwerk konzentriert folgen. Trotz allem sollte es genug Platz für die genannten marktführenden Netzwerke geben.