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May 21

Social Media Guidelines: “bottom-up” oder “top-down”?

Donnerstag, 10. Mai 2012

Fakt ist: Unternehmen, die im Social Web aktiv sind, brauchen Social Media Guidelines, die allen Mitarbeitern Orientierung im Umgang mit den sozialen Medien bieten. Experten sind sich einig, dass Social Media Guidelines aber auch sensibilisieren und zur Diskussion anregen sollen…

Zeilinger

Je mehr Sorgfalt Sie auf die gemeinsame Erarbeitung Ihrer Social Media Guidelines legen, umso nachhaltiger wirken diese.

 


Um den eigenen Standpunkt zu wissen, ist das Eine. Bewährte Regeln zu kennen, das Andere. Wenn Sie in Ihrem Unternehmen Richtlinien entwickeln, wie Ihre Mitarbeitenden mit Social Media umgehen, sollten Sie beides ins Gespräch bringen: Den eigenen Standpunkt und bewährte Regeln. Ins Gespräch bringen heißt, mit allen Mitarbeitenden reden, die in Social Media für Ihr Unternehmen aktiv sind. 

Fragen für den eigenen Standpunkt, die Sie dabei leiten können:

• Was sind die Werte, die für unser Unternehmen wichtig sind?
 Was macht unseren unverwechselbaren Charakter aus?
• Wo schlägt unser Herz?

Und Fragen zu den Regeln:

• Welche bewährten Regeln gibt es bei uns, etwa für den Umgang mit Kritik?
• Welche Prozesse brauchen wir, um unsere Corporate Identity in Social Media sicher zu stellen?
• Wie trainieren wir die Sprach- und Dialogfähigkeit in unseren Teams?

Den Anfang machen Sie: Nehmen Sie sich Zeit, und besprechen Sie die Fragen mit Ihren Mitarbeitenden. Je mehr Aufmerksamkeit Sie verwenden, sich gemeinsam auf Ihre Social Media Guidelines zu verständigen, umso effektiver sind diese in Ihrer Kultur und Kommunikation verankert.

 

Thomas Zeilinger reflektiert als Medienethiker die Auswirkungen des Internets und begleitet als Berater Unternehmen bei der praktischen Arbeit am Change ihrer Unternehmenskultur.

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Eine „bottom-up“-Vorgehensweise bei Social Media Guidelines ist zwar ideal, aber nur selten realistisch.

 


Unternehmen sind grundsätzlich gut beraten, sich mit Mitarbeitern auszutauschen. Doch wie realistisch ist es in der Praxis, dass sämtliche Mitarbeiter, die im Social Web für das Unternehmen aktiv sein sollen, in die Erarbeitung von Social Media Guidelines eingebunden werden?

Was beim Kollegen Dr. Zeilinger so eingängig klingt, dürfte vor allem für große Konzerne mit mehreren internationalen Standorten problematisch sein. Auch Organisationen mit einer eher hierarchisch geprägten Unternehmenskultur werden Schwierigkeiten haben, von ihren Mitarbeitern offene Antworten auf die Frage nach den Unternehmenswerten zu bekommen. 

Im Idealfall sind die Mitarbeiter selbstverständlich aktiv eingebunden, wenn es darum geht, verbindliche Social Media Guidelines einzuführen. Vor allem in kleineren Unternehmen, in denen Mitarbeiter grundsätzlich mehr Mitspracherecht haben, macht das Sinn.

Für größere Organisationen bietet es sich an, dass sich die Kommunikationsverantwortlichen mit Vertretern aus der Personalabteilung an die Ausarbeitung von Social Media Guidelines machen. Praktische Tips hat übrigens die BITKOM in einem Leitfaden zusammengestellt:

http://www.bitkom.org/files/documents/BITKOM-SocialMediaGuidelines.pdf




Jacqueline Althaller berät Unternehmen bei allen Fragen der Kommunikation und ist Initiatorin des ersten Arbeitskreises für Social Media in der B2B Unternehmenskommunikation.

 

Kommentare  

 
0 #1 Marius Strecker 2012-05-22 20:14
Guidelines sind das eine, in Social Media überhaupt vorzukommen, das andere. Darum geht es doch den meisten Unternehmen: Aufmerksamkeit erzielen. Dazu muss man natürlich Gesprächsthema werden. Mit den eigenen Mitarbeitenden zu beginnen, wäre da kein schlechter Ansatz. Welche Angst steckt eigentlich dahinter, wenn man in das Thema gleich mit einem Regelwerk einsteigt? Oder ist es die Sehnsucht, Social Media steuern zu wollen?
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