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Blog für das Gute in Unternehmenskultur und -kommunikation
Jun 19

Die richtige Balance zwischen Vertrauens- und Vertraulichkeitskultur

Donnerstag, 24. Mai 2012

Wie kann die Vertraulichkeit interner Informationen im Zeitalter von Social Sharing und Public Media gewahrt bleiben?

Zeilinger

"Vertraulichkeit lebt durch Vertrauen. Investitionen in persönliche Integrität und kommunikative Kompetenz der (künftigen) Mitarbeiterinnen und Mitarbeiter bieten die beste Gewähr, dass Firmeninterna intern bleiben."


Liebe Frau Althaller, Sie brachten vergangene Woche das Bild von der offenen Bühne und dem Theatervorhang ins Gespräch. Gestern lese ich an der Wand im Konferenzraum eines großen Münchner Unternehmens: „Bitte beachten Sie, dass bei  Präsentationen mit vertraulichem Inhalt die Jalousien geschlossen sein müssen.“ Ich muss schmunzeln. Denn währenddessen präsentiert dort Dirk von Gehlen, Leiter der Abteilung „Social Media/Innovation“ bei der Süddeutschen Zeitung, wie Social Media die hergebrachten Gesetze medialer Kommunikation ändern: Weg von einer Vertraulichkeits- hin zu einer Vertrauenskultur. Wenn also in Social Media das Publikum das Stück mitspielt: Wie sollen und können dann Unternehmen noch den Vorhang zuziehen, der Informationen intern lässt? Wie, wenn nicht durch die persönliche Integrität und Verantwortung des Mitarbeiters, mit anderen Worten: durch Zutrauen in sich selbst steuernde und selbst verantwortliche Individuen?

Thomas Zeilinger reflektiert als Ethiker die Auswirkungen des Internets und begleitet als Berater Unternehmen bei der praktischen Arbeit am Change ihrer Unternehmenskultur.

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"Nicht jedes Zusammentreffen von Menschen ist gleich eine Bottle-Party."

 


 Lieber Dr. Zeilinger, dort, wo Wissen Macht ist, ist schnell das Ende der Basisdemokratie erreicht. Dass aber das Ganze mehr ist, als die Summe seiner Teile und Wissen zur Besitzstandswahrung oft zur Verschlusssache wurde, befeuerte die OpenSource Bewegung, in der jeder, der etwas zu sagen hat, dies auch öffentlich tun kann. Ziel ist es hier, im Austausch mit Anderen Neues zu schaffen. 

Wer aber erst einmal eine Idee testen oder schützen will, braucht weiter geschlossene Räume, in der er sich präsentieren und austauschen kann. Das gibt dem geistigen Eigentum, was ja nicht zuletzt auch eine Existenzfrage ist, den notwendigen Schutz. Hier sind es also unterschiedliche Anliegen, die Vorhänge oder unverstellte Blicke rechtfertigen. Hier die Grenzen zu ziehen schafft Vertrauen und hilft Verwirrung zu vermeiden.

 

Jacqueline Althaller berät Unternehmen bei allen Fragen der Kommunikation und ist Initiatorin des ersten Arbeitskreises für Social Media in der B2B Unternehmenskommunikation.

 

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